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Das Statistische Bundesamt meldet wieder weniger Gründungen

Die Zahl der Unternehmensgründungen hat 2013 mit 129.000 neuen Betrieben nochmals um 4,1 % abgenommen, nachdem 2012 bereits ein Rückgang von 7,0 % zu verzeichnen war. So meldet es das Statistische Bundesamt (Destatis) in seiner heutigen Pressemitteilung.

Weiter heißt es, dass es auch weniger Kleingründungen gab, d.h. Selbständigkeiten ohne Eintrag ins Handelsregister und ohne Mitarbeiter. Deren Anzahl sank um 2,2 % auf 238.000. Positiv sei zu vermelden, dass es auch weniger Insolvenzen gab, immerhin ein Rückgang von 5,1 % bei den Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung und sogar 5,5 % weniger bei den Kleinunternehmen. Der guten Konjunktur sei Dank.

Derartige Entwicklungen wurden bereits in der Vergangenheit häufig so interpretiert, dass die stabile Konjunktur dafür sorgt, dass weniger Menschen den Schritt in die Selbständigkeit suchen müssen, da sie eine feste Arbeitsstelle bekommen können. Wie dem Monatsbericht 01/2014 des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland zu entnehmen ist, blieb die Arbeitslosenquote jedoch unverändert. Als Grund wird die überproportionale Zunahme des Erwerbspersonenpotenzials angeführt, die den positiven Arbeitsmarkteffekt der Konjunktur aufzehrt.

Trotz einer größeren Anzahl an Erwerbspersonen nimmt also die Anzahl der Existenzgründungen ab. Dies bedeutet, dass die Attraktivität einer selbständigen Tätigkeit gegenüber dem Angestelltenverhältnis abgenommen hat. Das ist kein gutes Signal für die Gründerkultur in Deutschland.

Ein fester Arbeitsvertrag ist zudem kein Garant für Zufriedenheit und ein ausreichendes Einkommen. Denn neue Existenzgründungen im Nebenerwerb gab es 249.000 und somit um 3,2 % mehr als 2012. Die Selbständigkeit ist für viele Gründer somit weniger eine Möglichkeit der Selbstentfaltung, als vielmehr eine Notwendigkeit, um über die Runden zu kommen.

Für 2014 bleibt die Hoffnung auf Besserung, zu der das aktuell zu vernehmende Umdenken bei der Förderung von Existenzgründungen sicherlich einen positiven Beitrag leisten kann.