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Hohe Krankenversicherungsbeiträge für Existenzgründer

Krankenversicherung für Selbstständige

Die Beitragsberechnung der gesetzlichen Krankenversicherung ist aus Sicht vieler Selbständiger ungerecht. Die Mindestbemessungsgrundlage belastet vor allem Existenzgründer, da in der Startphase eines Unternehmens häufig mehr Beiträge für die Krankenkasse anfallen, als sich Jungunternehmer leisten können.

Eigentlich ist die freiwillige Krankenversicherung für hauptberuflich Selbständige eine gute Sache. Der Beitrag wird in Abhängigkeit vom Einkommen berechnet und über die Familienversicherung sind die Liebsten in der Regel gleich mitversichert. Im Alter ist man darüber hinaus weitestgehend vor zu hohen Beiträgen geschützt, da bei geringeren Einkünften auch die Beiträge zur Krankenversicherung geringer werden. Wenn die Selbständigkeit richtig gut läuft sind die Beiträge zudem über die Regelbemessungsgrundlage gedeckelt, das heißt bei einem monatlichen Einkommen von 3.937,50 Euro ist Schluss. Wer ab 2013 mehr verdient muss nicht mehr bezahlen, auch wenn das Geschäft brummt und jeden Monat das zig-fache eines durchschnittlichen Existenzgründereinkommens auf dem Konto landet.

In der Gründungsphase ist jedoch häufig Zähneknirschen angesagt, auch wenn die gesetzliche Krankenkasse nicht unbedingt für die Folgeschäden aufkommt. Die Mindestbemessungsgrundlage sieht vor, dass hauptberuflich Selbständige ab 2013 ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung auf Basis eines monatlichen Einkommens von 2.021,25 Euro bezahlen müssen. Auch wenn weniger zur Verfügung steht, es sei denn das Vermögen ist geringer als 10.780,00 Euro und der Lebenspartner kann nicht mit in die Verantwortung genommen werden. Aber selbst dann wird einem Selbständigen nicht weniger als 1.347,50 Euro monatlich zugetraut. 15,5 Prozent für die Krankenversicherung zzgl. 2,3 Prozent für Pflegeversicherung auf Basis der Mindestbemessungsgrundlage sind dann auch für Existenzgründer mit 1.000,00 Euro Einkommen fällig. Das sind dann 239,86 Euro oder anders ausgedrückt, 23,99 Prozent der monatlich zur Verfügung stehenden Einkünfte.

Woran man unbedingt denken sollte: Die niedrigere Bemessungsgrundlage (ab 2013: 1.347,50 Euro) gilt nur auf Antrag und Anträge können nicht rückwirkend geltend gemacht werden. Ohne Antrag zählt leider die höhere Mindestbemessungsgrundlage (ab 2013: 2.021,25 Euro).