Kontaktformular     Kreditanfrage
Archiv

Die Förderung von Existenzgründern wird weiter eingeschränkt

Die vielen selbständig Tätigen sind mittlerweile aus unserer Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Die Selbständigkeit stellt für viele eine attraktive Alternative zu einem festen Beschäftigungsverhältnis dar. Unzählige Freiberufler sowie kleine Gewerbetreibende leisten mit ihrer selbständigen Arbeit einen wertvollen Beitrag. In einer Gesellschaft in der Freiheit und Unabhängigkeit einen immer höheren Stellenwert einnimmt ist dies sicherlich auch zeitgemäß. Während man die Bedeutung einer sogenannten Gründerkultur beschwört, werden jedoch leicht zugängliche Förderprogramme zusammengestrichen. Insbesondere Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit sind hiervon betroffen.

Beispiel Gründungszuschuss

Mit dem Gründungszuschuss hat alles begonnen. Die bewährte Förderung wurde Ende 2011 in eine Ermessensleistung umgewandelt und kommt seitdem immer weniger Existenzgründern zugute. Die Selbständigkeit als Alternative zum Angestelltenverhältnis ist seitens der Bundesregierung nicht erwünscht, denn es herrscht der sogenannte Vorrang der Vermittlung. Für Gründungswillige, die oft ihr ganzes Berufsleben lang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, bedeutet dies eine ungerechte Einschränkung der Wahlfreiheit. Auch unattraktive Stellenangebote ohne langfristige Perspektive müssen angenommen werden. Eine Existenzgründung ist natürlich dennoch möglich, aber es wird verhindert, dass der Gründungszuschuss als Unterstützung in der Startphase der Selbständigkeit genutzt werden kann.

Beispiel Gründercoaching

Die massive Beschneidung des Gründungszuschusses durch die Umwandlung in eine Ermessensleistung hat bereits weitreichende Folgen auf die Beratungsmöglichkeiten von Existenzgründern. Wer keinen Gründungszuschuss bekommt, kann auch das Förderprogramm „Gründercoaching Deutschland“ nicht in der Variante für arbeitslose Gründer nutzen, bei der es eine 90-Prozent-Förderung der Beratungskosten gibt. Statt das Gründercoaching für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit von der Förderung durch Gründungszuschuss zu entkoppeln, wird es nun einfach ganz abgeschafft. So ist es zumindest von Ursula von der Leyen geplant. Statt 90 Prozent gibt es dann nur noch 50 Prozent Zuschuss. Für eine professionelle Beratung, beispielsweise bei betriebswirtschaftlichen Fragestellungen, fehlt vielen Gründern somit schlicht und einfach das Geld. Mit der geplanten Neuregelung werden Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit somit ein weiteres Mal benachteiligt. Dies leistet sicherlich keinen positiven Beitrag zu den Erfolgsaussichten vieler junger Unternehmer und Freiberufler.

Hier wird gefördert

Während Existenzgründern aus der Arbeitslosigkeit nach und nach das Wasser abgegraben wird, möchte sich die Bundesregierung mit neu aufgesetzten Förderprogrammen wie dem “Investitionszuschuss Wagniskapital” offensichtlich als besonders gründerfreundlich in Szene setzen. Ob mit den Investitionszuschuss ein effektives Instrumentarium gegen die Investitionsmüdigkeit in Deutschland geschaffen wurde ist jedoch eher fragwürdig. Vielen innovativen Unternehmen mag der „Investitionszuschuss Wagniskapital“ eine gewisse Hilfe sein. Für gewöhnliche Gründer, die lediglich eine Alternative zur Festanstellung suchen, bleibt die Gründungssituation weiterhin unverändert schwer. Es drängt sich insgesamt der Verdacht auf, dass sich Frau von der Leyen lediglich mit prestigeträchtigen Programmen als innovationsfreundlich profilieren möchte ohne wirklich etwas zu bewirken. Einer modernen Gesellschaft in der die freie Berufswahl und selbständiges Arbeiten dazugehört, wird eine solche Politik sicherlich nicht gerecht.