Kontaktformular     Kreditanfrage
Archiv

2013 – Schicksalsjahr für den Gründungszuschuss?

Gründungszuschuss 2013

Gründungszuschuss 2013

Die Reform des Gründungszuschusses hat voll durchgeschlagen. 2012 gab es 85 Prozent weniger Existenzgründungen, die mit Gründungszuschuss gefördert wurden. Wurde der Gründungszuschuss 2011 noch rund 134.000 mal bewilligt, erhielten 2012 nur rund 20.000 Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit den begehrten Zuschuss. Das ist ein herber Rückschlag für die Gründungskultur in Deutschland.

Zum einen wurde der Gründungszuschuss in eine Ermessensleistung umgewandelt, zum anderen waren viele Existenzgründer so verunsichert, dass sie auf eine Antragstellung gänzlich verzichteten. Mit immer umfassenderen Anforderungen an die Gründungsunterlagen und ablehnenden Auskünften bereits vor der Antragstellung, haben die Arbeitsagenturen hierzu sicherlich einen wesentlichen Beitrag geleistet. Denn bei richtiger Vorbereitung hat ein Antrag auf Gründungszuschuss weiterhin gute Erfolgsaussichten.

Das häufig von Gegnern des Gründungszuschusses angeführte Argument, die meisten Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit finden auch ohne Unterstützung durch den Gründungszuschuss statt, ist besonders unverschämt. Wer Arbeitslosengeld 1 bezieht, hat schließlich Beiträge für die Arbeitslosenversicherung geleistet. Würde man dieser Logik der Gründungszuschuss-Gegner folgen, könnten auch Krankenkassen zukünftig vielen Versicherten die Leistungen verwehren, da die meisten von ihnen sicherlich auch ohne ärztliche Unterstützung irgendwann wieder gesund werden würden.

Wo die Reise hingehen könnte, zeigt eine aktuelle Pressemitteilung des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) vom 31.01.2013. Dort wird bereits über eine Gründungsförderung für Arbeitslose spekuliert, die man besser über zinsvergünstigte Darlehen als über Zuschüsse gestalten könnte. Das würde dann Existenzgründern einen zusätzlichen Anreiz verschaffen, sich „schnell und unabhängig am Markt zu etablieren“. Bedenkt man, dass sich die IHKn selbst über Zwangsbeiträge finanzieren, dann gehört zu einer solchen Stellungnahme ein gehöriges Maß an Dreistigkeit.

Existenzgründer können durch ihre Antragstellung einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Gründungszuschuss als Förderinstrument zu erhalten und nicht in die Bedeutungslosigkeit absinken zu lassen. Denn auf den Gründungszuschuss besteht im Grunde genommen genauso ein Anspruch, wie auf die Zahlung von Arbeitslosengeld 1. Ob man im Falle der Arbeitslosigkeit eine feste Stelle sucht oder sich als Selbständiger versuchen möchte, sollte jedem selbst überlassen sein.